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19. Juni 2020

Nach FPÖ-Antrag: Bezirksvertretung Simmering spricht sich für Telenotarzt aus

Die Bezirksvertretung Simmering hat sich in der Sitzung vom 10. Juni für die Einführung eines Telenotarztes ausgesprochen.

Die FPÖ-Bezirksräte Stephan Promont (links) und Harald Nepras mit ihrem Telenotarzt-Antrag vor der Berufsrettung Wien in Simmering. Copyright: Antonia Nepras

Gefordert hatte dies die FPÖ. Nun möchte der freiheitliche Gesundheitssprecher Wolfgang Seidl einen weiteren Vorstoß für einen Telenotarzt auch im Wiener Gemeinderat machen. 

Zeit ist ein lebensrettender Faktor bei der Erstversorgung von Notfallpatienten. Da aufgrund des Notarztmangels in Wien, Notärzte oftmals länger zum Berufungsort unterwegs seien, würde das neue System eine rasche, effiziente Erstversorgung aufweisen und damit die Überlebenschancen von kritischen Patienten erhöht werden, begründen die FPÖ-Bezirksräte Harald Nepras und Stephan Promont ihren Antrag in der Bezirksvertretungssitzung Simmering, der dann mehrheitlich, aber gegen die Stimmen von SPÖ, Grünen und einer NEOS-Stimme angenommen wurde. 

Neuer Vorstoß im Gemeinderat

Allerdings hatte die Bezirks-SPÖ vor einiger Zeit selbst einen diesbezüglichen Antrag eingebracht, sich von der Wiener Berufsrettung aber „belehren“ lassen, dass dies nicht notwenig sei. In einer Aussendung vom 16. März 2018 schreibt die MA 70 (Berufsrettung), dass Notfallsanitäter den höchsten Ausbildungsstand hätten und jederzeit einen Arzt in der Leitstelle anrufen könnten. 

Wahrscheinlich aus diesem Grund wurde auch ein FPÖ-Antrag für einen Telenotarzt im Wiener Gemeinderat von Rot-Grün abgeschmettert. FPÖ-Gesundheitssprecher Wolfgang Seidl will den Beschluss der Simmeringer Bezirksvertretung zum Anlass nehmen, im Gemeinderat einen neuen Vorstoß zu machen: „Die Simmeringer sind da offensichtlich fortschrittlicher, vielleicht gibt es jetzt auch auf Landesebene ein Umdenken“. 

Stadler: „Es geht um die Effizienz"

Simmerings Bezirkschef Paul Stadler (FPÖ) kann nicht verstehen, warum sich die SPÖ gegen einen Telenotarzt querlegt: „Es geht ja nicht um die Qualität der Ärzte, die unbestritten ist, sondern um die Effizienz“, so Stadler. Beim Telenotarzt könne der ersteintreffende Notfallsanitäter über ein Headset und einer Kamera auf Knopfdruck lebensrettende Anweisungen eines Notarztes aus der Leitstelle bis zum Eintreffen des mobilen Notarztes erhalten und ausführen. 

Auch Bezirksrat Stephan Promont ist über das Verhalten der Berufsrettung erstaunt: „Mit dem Telenotarzt kann die MA70 ein neues Pilotprojekt für die Wienerinnen und Wiener ins Leben rufen und das Rettungswesen der Bundeshauptstadt neu revolutionieren. Die Chancen, die sich aus der Digitalisierung ergeben, können das Wiener-Rettungssystem besser sowie effizienter gestalten und so weitere Vorteile für Patienten und Rettungspersonal schaffen. Das Ziel muss sein, immer besser zu werden und die neuen Technologien zum Wohle der Patienten einzusetzen“.

Gerade bei einer Pandemie wäre so ein Telenotarzt von großer Bedeutung, weil dadurch eine große Menschenanzahl innerhalb kürzester Zeit und ohne Ansteckungsrisiko des Arztes ferndiagnostiziert werden können. Aufgrund der COVID-19-Situation drängt die FPÖ auf Dringlichkeit der Umsetzung. Schließlich wird das Modell schon sehr erfolgreich im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen angewendet. 

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