Besonders deutlich zeigt sich dieses politische Versagen bei der Anbindung zwischen Wien-Simmering und Schwechat - einem zentralen Pendlerkorridor mit wachsender Bedeutung für tausende Arbeitnehmer, Schüler und Familien.
Geplant war eine Verlängerung der Straßenbahnlinie 72 von Simmering nach Schwechat. Die rund 6,4 Kilometer lange Strecke hätte eine leistungsfähige, direkte Verbindung über die Stadtgrenze geschaffen. Die Umsetzung war ursprünglich ab 2025 vorgesehen. Heute ist klar: Dieses Projekt liegt auf Eis – nicht aus technischen Gründen, sondern weil Wien bis zuletzt kein tragfähiges und wirtschaftlich abgesichertes Finanzierungsmodell vorgelegt hat.
Straßenbahn gescheitert - nicht an Technik, sondern an Wien
Fakt ist: Die Straßenbahnverlängerung scheiterte nicht an der Machbarkeit, sondern an explodierenden Kosten und fehlender finanzieller Verantwortung auf Wiener Seite. Trotz vollmundiger Ankündigungen gelang es weder Bürgermeister Michael Ludwig noch Verkehrsstadträtin Ulli Sima, das Projekt auf eine tragfähige Basis zu stellen.
In internen Planungen und öffentlichen Debatten wurden zuletzt Kostenschätzungen in einer Größenordnung von rund 150 Millionen Euro genannt - ohne verbindliche Kostenaufteilung, ohne transparente Wirtschaftlichkeitsrechnung und ohne klare Zusagen aus dem Wiener Rathaus.
Statt Entscheidungen zu treffen, wurde vertagt, relativiert und auf unbestimmte Zeit verschoben. Leidtragende sind nicht die Verantwortlichen im Rathaus, sondern die Pendlerinnen und Pendler in Simmering, die tagtäglich auf eine funktionierende Verbindung angewiesen sind.
Niederösterreich handelt - pragmatisch, konkret, wirksam
Während Wien blockiert, übernimmt Niederösterreich Verantwortung. Verkehrslandesrat Udo Landbauer (FPÖ Niederösterreich) setzt dort an, wo andere nur reden: bei konkreten Maßnahmen, die rasch Entlastung bringen.
Anstatt ein finanzielles „Kostengrab“ ohne klaren Nutzen mitzutragen, hat Niederösterreich die Notbremse gezogen - im Interesse der Steuerzahler und der Pendler. Da die Straßenbahnverlängerung vorerst nicht realisiert wird, kommt es im nächsten Ausbauschritt ab Sommer 2027 zu einer deutlichen Verbesserung des Öffi-Angebots zwischen Schwechat und Wien-Simmering:
- 10-Minuten-Takt auf den Buslinien 217 und 218 Richtung U3 Simmering
- dichtere Intervalle auch außerhalb der Spitzenzeiten
- Ergänzung durch Anrufsammeltaxis, wo Busse an ihre Grenzen stoßen
- das Vergabeverfahren ist bereits gestartet
Diese Maßnahmen bauen auf bestehenden Linien auf und verbessern eine nachweislich unzureichende Anbindung rasch, finanzierbar und ohne ideologische Prestigeprojekte. Das ist keine Ideologie, sondern lösungsorientierte Verkehrspolitik. Dazu hält der Vorsitzender Stv. der Verkehrskommission Karl Rosawatz (FPÖ-Simmering), fest: „Diese Verdichtung ist kein Prestigeprojekt, sondern eine dringend notwendige Entlastung für tausende Pendler. Sie zeigt, dass Lösungen möglich sind, wenn der politische Wille vorhanden ist - auch wenn Wien weiter blockiert.“
Auch aus Schwechat kommt klare Unterstützung. Michael Hornak, Verkehrsstadtrat der Stadt Schwechat (FPÖ), betont: „Ich begrüße diese Weiterentwicklung ausdrücklich. Eine verlässliche und leistungsfähige Anbindung nach Wien-Simmering ist für viele Schwechaterinnen und Schwechater Voraussetzung, um täglich sicher und planbar zur Arbeit zu kommen. Die geplante Verdichtung bestehender Linien setzt genau dort an, wo kurzfristig spürbare Verbesserungen notwendig sind, und stärkt die Alltagstauglichkeit des öffentlichen Verkehrs für Pendler deutlich.“
Prestigeprojekte statt Pendler – falsche Prioritäten im Rathaus
Umso unverständlicher ist es, dass für Prestigeprojekte wie die Neugestaltung der Simmeringer Hauptstraße oder die Umgestaltung des Enkplatzes offenbar problemlos Millionenbeträge vorhanden sind, während bei einer funktionierenden Öffi-Anbindung plötzlich von Finanzierungsproblemen gesprochen wird. Hier zeigt sich das eigentliche Problem der Wiener Verkehrspolitik: Imageprojekte und Symbolpolitik haben Vorrang, während Alltagsmobilität und Pendlerinteressen hintenangestellt werden.
Bezirksvorsteher ohne Durchsetzungskraft
Besonders ernüchternd ist dabei die Rolle des Simmeringer Bezirksvorstehers Thomas Steinhart. Seit Beginn seiner Amtszeit ist es ihm nicht gelungen, zentrale Anliegen des Bezirks im Rathaus durchzusetzen. Statt als Anwalt der Simmeringer Bevölkerung aufzutreten, agiert er angepasst, konfliktscheu und dem Rathaus untergeordnet.
Wichtige Themen wie Verkehrsanbindung, Sicherheit und Infrastruktur werden nicht eingefordert, sondern abgenickt. Der Eindruck drängt sich auf, dass parteipolitische Loyalität wichtiger ist als die Interessen der Menschen in Simmering.
Politik darf kein Selbstzweck sein. Die Verdichtung der Buslinien zeigt, dass echter politischer Wille Probleme löst - während Wien weiter an unfinanzierbaren Luftschlössern festhält. Simmering braucht keine teuren Tram-Fantasien ohne Finanzierung, sondern eine Anbindung, die funktioniert - und die kommt jetzt dank der FPÖ Niederösterreich.