Über mehrere Monate hinweg müssen Fahrgäste mit Umwegen, längeren Fußwegen und bereits stark ausgelasteten Alternativlinien zurechtkommen.
Dass Infrastruktur saniert und erhalten werden muss, ist unbestritten. Entscheidend ist jedoch, wie diese Arbeiten organisiert werden und welche Lösungen für die betroffenen Menschen vorgesehen sind.
Bezirksrat Karl Rosawatz, Vorsitzender-Stellvertreter der Verkehrskommission, hält fest:
„Bauarbeiten bringen Einschränkungen mit sich. Die Frage ist aber, ob für die Menschen, die täglich auf die Straßenbahn angewiesen sind, praktikable und verlässliche Alternativen geschaffen werden.“
Ersatzverkehr nur eingeschränkt vorgesehen
Kritisch gesehen wird vor allem der angekündigte Ersatzverkehr. Dieser ist je nach Bauphase nur teilweise, zeitlich begrenzt oder gar nicht vorgesehen. Auf längeren Abschnitten der Simmeringer Hauptstraße fehlen insbesondere in den Abendstunden durchgehende Alternativen.
Davon betroffen sind vor allem Schichtarbeiter, Pflegepersonal, ältere Menschen sowie Personen mit eingeschränkter Mobilität, für die längere Fußwege oder mehrfaches Umsteigen kaum zumutbar sind.
„Ein Ersatzverkehr, der nicht durchgehend fährt, ist für viele keine echte Alternative“, so Rosawatz. „Gerade am Abend braucht es Verlässlichkeit.“
Drei Bauphasen – drei Mal Einschränkungen
Die Wiener Linien teilen die Arbeiten in drei Bauphasen ein:
Phase 1: 3. März bis 27. Juni 2026
- Linie 11: kein Betrieb zwischen Geiereckstraße und Kaiserebersdorf
- Linie 71: kein Betrieb zwischen St. Marx und Kaiserebersdorf
- Ersatzlinie 71E nur zwischen Kaiserebersdorf und Simmering U3, täglich bis 01:00 Uhr
→ Auf weiten Teilen der inneren Simmeringer Hauptstraße kein Ersatzverkehr
Phase 2: 29. Juni bis 29. August 2026
- Linie 11: kein Betrieb zwischen Enkplatz und Kaiserebersdorf
- Linie 71: kein Betrieb zwischen Fickeysstraße und Kaiserebersdorf
- Ersatzlinie 71E erneut nur eingeschränkt verfügbar
Phase 3: 8. September bis 18. Oktober 2026
- Linien 11 und 71: kein Betrieb zwischen Zentralfriedhof 3. Tor und Kaiserebersdorf
- Kein Ersatzbus vorgesehen, Ausweichmöglichkeiten über 71A, 73B oder die S-Bahn
Gerade in der letzten Bauphase fehlen aus Sicht der FPÖ-Simmering tragfähige Lösungen. Lange Fußwege, überlastete Buslinien und Umwege werden zur Regel.
Forderungen der FPÖ-Simmering
Die FPÖ-Simmering fordert daher:
- Durchgehenden und verlässlichen Ersatzverkehr während aller Bauphasen
- Keine nächtlichen Stilllegungen ohne gleichwertige Alternative
- Barrierefreie Erreichbarkeit statt Umsteige-Zwang und Fußmärschen
- Eine Planung, die sich stärker am Alltag der Menschen orientiert
- Sanieren darf nicht bedeuten, Einschränkungen einfach weiterzugeben.
Simmering ist kein Versuchslabor – der Bezirk muss auch während der Bauzeit erreichbar bleiben.