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21. Jänner 2026

Thürnlhofsiedlung in Simmering - 50 Jahre Vernachlässigung, gebrochene Versprechen und Gefahr für tausende Bewohner

Die Thürnlhofsiedlung in der Thürnlhofstraße 21–23 in Wien-Simmering ist zu einem Symbol jahrzehntelanger Vernachlässigung geworden.

Der Gemeindebau aus dem Jahr 1970 wurde seit rund 50 Jahren nicht umfassend saniert. Die Folgen sind dramatisch: massive bauliche Mängel, steigende gesundheitliche Risiken und eine wachsende soziale Belastung für rund 6.800 Bewohnerinnen und Bewohner.

Wasserflecken im Stiegenhaus, Risse in Wänden und Fassaden sowie eindringende Feuchtigkeit gehören für viele längst zum Alltag. Bei Regen dringt Wasser durch Fassadenrisse in die Wohnungen ein. Fenster sind undicht, die Dämmung mangelhaft. Viele Mieter berichten, dass ihre Wohnungen im Winter kaum warm werden. Angesichts explodierender Energiekosten bedeutet das für zahlreiche Familien, Alleinerziehende und Pensionisten: frieren oder sich verschulden.

Besonders besorgniserregend ist der Zustand der Parkgarage, die seit Jahren provisorisch mit Baugerüststangen abgestützt ist. Eine Baustelle ist dasnicht, dieser Zustand besteht seit mehreren Jahren unverändert. Rost tritt aus Betonplatten hervor, Risse sind sichtbar. Bewohner sprechen von einem akuten Sicherheitsrisiko und der Angst vor einem möglichen Einsturz.

Auch die Fassaden und Balkone sind in einem alarmierenden Zustand. Teile beginnen zu bröckeln, manche Mieter versuchen aus Angst vor weiteren Schäden ihre Balkone notdürftig mit Schaumstoffplatten zu verstärken. Im Stiegenhaus und in vielen Wohnungen ziehen sich Wasserflecken und Risse über mehrere Stockwerke.

Seit 2015 machen Bewohner immer wieder auf die untragbaren Zustände aufmerksam. Sanierungen wurden nahezu im Jahrestakt angekündigt – und ebenso regelmäßig verschoben. Gründe waren Mehrkosten, geänderte Planungen oder interne Verfahren. Nach den zuletzt laufenden Mieterhöhungen, von denen insbesondere Mieter mit neueren Verträgen hart betroffen sind, ist für viele das Wohnen kaum noch leistbar. Die Hoffnung auf echte Verbesserungen schwindet zunehmend.

Bereits 2020 berichteten der damalige FPÖ-Bezirksvorsteher Paul Stadler sowie FPÖ-Gemeinderat Michael Niegl von zahlreichen Beschwerden und forderten ein Ende der Mieterhöhungen sowie eine rasche Sanierung. Heute, Jahre später, ist die Situation noch prekärer.

Der FPÖ-Wien-Landtagsabgeordnete Michael Niegl und Simmerings Bezirksvorsteher-Stellvertreter Daniel Eigner haben sich nun erneut selbst vor Ort ein Bild gemacht. Ihr Urteil ist eindeutig: Es handelt sich um massiven Baupfusch, fahrlässige Vernachlässigung und gefährliche Zustände, für die Wiener Wohnen die Verantwortung trägt.

Auf Anfrage erklärte Wiener Wohnen, dass im kommenden Jahr mit einem Sanierungsstart zu rechnen sei. Leistungsverzeichnisse für Ausschreibungen seien bereits erstellt. Geplant sind unter anderem Wärmedämmungen, Fassaden- und Dachsanierungen sowie der Einbau von Aufzügen. Für viele Bewohner ist das jedoch nur ein weiteres Versprechen – zu oft wurde der Beginn bereits verschoben.

Wir fordern daher eine sofortige Sanierung der Thürnlhofsiedlung, klare Zeitpläne, Transparenz gegenüber den Mietern und ein Ende der jahrelangen Vertröstung. Wohnen darf kein Luxus sein – und schon gar kein Sicherheitsrisiko.

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