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24. Jänner 2026

Wiederkehrende Probleme bei der Schneeräumung in Simmeringer Gemeindebauten

Bezirksrätin Michaela Hess kritisiert mangelhafte Organisation und fordert Konsequenzen

Probleme bei der Schneeräumung in Wiener Gemeindebauten sorgen immer wieder für Kritik – auch in Simmering. Im Jänner 2026 kam es erneut zu gefährlichen Glatteissituationen, unter anderem in Wohnanlagen Thürnlhof oder der Rinnböckstraße, wo Geh- und Verbindungswege über mehrere Tage hinweg nicht ausreichend geräumt oder gestreut waren.

Bezirksrätin Michaela Hess machte sich nach Hinweisen aus der Bevölkerung selbst ein Bild der Lage. Am Donnerstag, den 15. Jänner 2026, erhielt sie einen Anruf eines Mieters der Wohnanlage Rinnböckstraße 69, der auf akute Glätte aufmerksam machte. Vor Ort berichteten mehrere Bewohner von Stürzen und Beinahe-Unfällen.

„Auch ich konnte die Wege nur unter großer Vorsicht benutzen und musste teilweise auf Grünflächen ausweichen, weil die Gehwege spiegelglatt waren“, schildert Hess. Eine ausreichende Streuung war zu diesem Zeitpunkt nicht erfolgt.

Mehrere Mieter kontaktierten Wiener Wohnen wiederholt und erhielten sogenannte Ticketnummern, mit dem Hinweis, der Fall werde so rasch wie möglich bearbeitet. Dennoch blieb eine zeitnahe Reaktion aus. Erst nachdem am Sonntag, dem 18. Jänner, erneut mehrere Mieter das Team für Sofortmaßnahmen einschalteten, wurde gegen 18:30 Uhr jemand zum Streuen geschickt.

Wiederkehrendes Problem in Wiener Gemeindebauten

Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Beschwerden ein. Probleme bei der Schneeräumung in Gemeindebauten treten seit Jahren immer wieder auf. In der Vergangenheit kam es vermehrt zu zahlreichen Beschwerden innerhalb kurzer Zeiträume, weil beauftragte private Subunternehmen Gehwege und Zufahrten entweder gar nicht oder nur unzureichend geräumt hatten.

Ein häufig genannter Kritikpunkt ist der Rückgang klassischer Hausbesorger. Seit dem Auslaufen des alten Hausbesorgergesetzes im Jahr 2000 ist die Zahl der direkt vor Ort tätigen Hausmeister stark gesunken. Aufgaben wie Winterdienst und Außenbetreuung wurden zunehmend an externe Firmen ausgelagert - ein Schritt, der von vielen Mietern als Qualitätsverlust wahrgenommen wird.

Besonders problematisch zeigen sich laut Bewohnern Verzögerungen bei Glatteis, etwa bei plötzlich einsetzendem gefrierendem Regen. In solchen Situationen sei eine schnelle Reaktion entscheidend, um Gefahren zu vermeiden.

Politische Kritik und Forderungen

Auch politisch steht Wiener Wohnen wegen organisatorischer Mängel immer wieder in der Kritik. Die FPÖ Wien, unter anderem durch den Abgeordneten Michael Niegl in seiner Funktion als Wohnbau-Ombudsmann, bemängelt seit Jahren Defizite in der Verwaltung. Im Dezember 2025 forderte die FPÖ eine umfassende Neuorganisation von Wiener Wohnen, da die bestehende Struktur die Instandhaltung und Grundversorgung – inklusive Winterdienst - nicht effizient genug sicherstelle.

Bezirksrätin Hess betont: „Schneeräumung ist keine Nebensache, sondern Teil der Verkehrssicherungspflicht. Gerade ältere Menschen, Kinder und mobilitätseingeschränkte Personen sind hier besonders gefährdet.“

Was Mieter tun können

Wiener Wohnen empfiehlt Mietern, Probleme mit der Schneeräumung umgehend über die rund um die Uhr erreichbare Service-Nummer 05 75 75 75 zu melden. In besonders gravierenden Fällen kann auch eine Mietzinsminderung rechtlich geprüft werden. Laut Stadt Wien werden bei groben Versäumnissen beauftragter Firmen zudem Schadenersatzforderungen gestellt.

Gemäß der Wiener Winterdienstverordnung müssen Gehwege zwischen 06:00 und 22:00 Uhr geräumt und bei anhaltendem Schneefall auch mehrfach gestreut werden.

Die FPÖ Simmering fordert eine klare Klärung der Zuständigkeiten, kürzere Reaktionszeiten und eine ehrliche Evaluierung des bestehenden Subunternehmer-Systems. Die Sicherheit der Mieter müsse oberste Priorität haben.

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